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Amrum

Amrum ist die Insel der weiten Strände. Europas breitester Strand, ist eine der Insel unmittelbar angelagerte Sandbank, der “Kniepsand”. Wege über den “Kniepsand” bis zum Wassersaum sind ganz schön lang. Man muss ganz gut zu Fuß sein für diese Distanzen. Manchmal sind es “nur” 800 Meter bis zum Wasser, manchmal muss man mehr als einen Kilometer bewältigen. Amrum hat noch einiges mehr zu bieten als Europas breitesten Strand: Die Insel ist für nordfriesische Verhältnisse ungewöhnlich waldreich. So ausgedehnte Wälder wie auf Amrum gibt es sonst nirgendwo an der Nordsee.

Alles ist Strand an dieser kleinen Insel. Kilometerlang und wirklich kilometerbreit. Und sonst? Ausgedehnte Dünenlandschaften und viel Wald hat das Eiland, erstaunlich viel Wald. Dazu schöne Radwanger- und Reitwege.
Amrum (friesisch: Öömrang) misst nur gut 20 Quadratkilometer. Zählt man den unmittelbar angelagerten Kniepsand hinzu, so sind es 29 Quadratkilometer. Sylt ist dreimal so groß. 2500 Dauer-Amrumer bevölkern fünf Dörfer und drei Gemeinden. Etwa die Hälfte der gebürtigen Amrumer spricht noch “Öömrang”.
Amrum ist auch berühmt für seine Seehunde und die größeren Kegelrobben. Tausende bevölkern die Nordsee rings um die Insel. Wer die flinken Fischjäger aus der Nähe sehen möchte, wenn sie sich auf einer Sandbank ausruhen, der geht an Bord eines Ausflugschiffes. Falls im Sommer junge Robben am Badestrand liegen, sollte man sie nicht anfassen.
Das Strandleben begann auf Amrum am Ende des 19. Jahrhunderts, als Männlein und Weiblein sich noch getrennt zum Bade begaben. Die Benetzung der Haut geschah übrigens in streng abgeschirmten Badekarren, die von Pferden in die Brandung gezogen wurden. Erst gegen Ende des Ersten Weltkriegs durften die Familien gemeinsam an den Strand gehen.

Wittdünn

In der Südgemeinde Wittdün erbaute Kapitän Volkert Martin Quedens 1889 das erste “Badehotel”. Ein Jahr später erhielt Wittdün das Prädikat “Nordseebad”. Schon zur Jahrhundertwende hatte sich in der Sommerfrische des Adels, der höheren Beamten und Militärs, ein flottes gesellschaftliches Leben etabliert.

Wittdün ist Amrums “Tor zur Welt”, hier kommen die Urlauberfähren an. Auch im modernen Wittdün lustwandelt man noch gern vor und nach dem Bade auf der Seepromenade, deshalb nennt man sie wohl Wandelbahn. In der Ferne, beinahe am Horizont ist die Strandkorblinie zu erkennen. So ist das eben auf Amrum – bis zum Wasser ist es ein weiter Weg über den Kniepsand. Wen es nicht ans Wasser zieht, der findet Strandkörbe und einen Kinderspielplatz auch unterhalb eines Promenadenrestaurants.
Ende des 19. Jahrhunderts hatte ein Hotelier eine Dampfbahn vom Ortszentrum quer über den Kniepsand bis zu den Badekarren in Betrieb genommen. Die Strecke ist immerhin vier Kilometer lang. Heute läuft man das kleine Stück.
Zum modernen Wittdün gehört das “AmrumBadeland”, ein Meerwasser-Wellenbad mit Saunalandschaft. Der Leuchtturm ist montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr zu besteigen. Im Leuchtturm kann man auch heiraten.

Gesamteindruck:
Familienbad mit großem Strand und moderner Badelandschaft, wenn das Wetter einmal nicht so mitspielt.

Norddorf

Eingerahmt von Dünen im Westen, von Wäldern und Heidelandschaft im Süden und von Wiesen im Norden, so hübsch liegt Norddorf.
An den Strand fährt man hier mit dem Fahrrad. Am Dünenrand, nach einer Tour durch eine schnuckelige Landschaft, wartet ein Parkplatz nur für Fahrräder. Schon schön. Überhaupt ist die gesamte Insel hervorragend geeignet für Pedaleure und auch Reiter. Dabei meidet man natürlich die Hauptstraße. Amrumer Entfernungen (nach Wittdün sind es acht Kilometer) machen esnicht unbedingt erforderlich, dass man sein Auto auf die Insel schafft. Das tun schon genug andere.
Die touristische Entwicklung des Ortes in Gang gesetzt hat Pastor Friedrich von Bodelschwingh, der 1890 nördlich von Norddorf das erste “Seehospiz” begründete. Es sollte ein christliches Gegengewicht zum aufwändigen Treiben in Wittdün werden. Bis 1905 wurden noch vier weitere Hospize errichtet und ein Pastor war zum größten Touristikunternehmer im Kaiserreich geworden. Ab 1892 trat der Alonaer Kaufmann Heinrich Hüttmann in Konkurrenz zu Pastor Bodelschwingh, Hüttmann erwarb zunächst das leer stehende alte Schulhaus von Norddorf und baute es in mehreren Abschnitten zum Hotel “See-Pensionat Hüttmann” aus. Nun kamen auch die Norddorfer auf den Geschmack, mit Badegästen Geld zu verdienen.

Gesamteindruck:
Friesendorf am Rande höchster Dünen mit Meerwasser-Schwimmbad und Kurmittelhaus. Weiter Strand mit Surf- und FKK-Abschnitten wie auf Amrum üblich.

Nebel

Wer in Nebel, übrigens dem Hauptort der Insel, Urlaub macht, hat es nicht weit bis zum Wasser. Es sind nur ungefähr 800 Meter vom Strandübergang bis ins Nasse. Für Amrumer Verhältnisse ist das bemerkenswert wenig. In einer meist dünnen Schicht bedeckt sehr feiner, beinahe pudriger Sand den an dieser Stelle vergleichsweise schmalen Kniepsand,
Nebel ist trotz des in den letzten 50 Jahren verstärkten Tourismus immer noch das Friesendorf geblieben. Hier stehen das “Öömrang-Hüs” (Museum unter Reet, in dem man sich übrigens trauen lassen kann), eine Windmühle (sie beherbergt das Heimatmuseum) und die 800 Jahre alte St. Clemens-Kirche, Amrums Hauptkirche. Ihr Turm ist allerdings noch keine hundert Jahre alt.
Zu Nebel, einem vielleicht 400 Jahre “jungen” Dorf, gehören der frühgeschichtliche Ankerplatz Steenodde und das alte Süddorf, Geburtsort zahlreicher Kapitäne. Von Steenodde schweift der Blick über Hafen und Wattenmeer. Süddorf ist ganz überwiegend landwirtschaftlich geprägt.

Gesamteindruck:
Urlaub bei den Friesen – zwischen feinem Badestrand und Amrumer Behaglichkeit.

Odde

Robinson muss sich so ähnlich gefühlt haben, wie Wanderer auf der Odde. Rund die Hälfte Amrums ist mit Dünen bedeckt und hier, auf der nördlichen Landzunge sind es fast hundert Prozent. Dünen stehen unter Naturschutz, deshalb müssen Besucher die Bohlenwege benutzen. Die Amrumer Odde ist Natur pur und ein einziges Vogelreservat. Irgendeine gastronomische Versorgung sucht man hier vergebens.
Auf 15 Kilometer Länge gibt es auch keinen offiziellen Badestrand, keine Rettungsschwimmer-Station – nur Natur. Ziemlich einsam also, aber auch ziemlich einmalig. Baden sollte man auf der Odde besser nicht. Surfen empfiehlt sich ebensowenig. Dafür ist die Strömung viel zu stark.
Auf der Odde kann man einfach am Strand liegen und den schönen Sommertag genießen, oder man wandert um die die Nordspitze. Wer sich hier ins Wasser wagt, trägt ein hohes Risiko. Wer mehr erfahren möchte über die Vogelwelt, der schließt sich einer der regelmäßigen Führungen an.

Gesamteindruck:
Strand und Dünen so weit das Auge reicht, ideal für Robinson-Fans.